Leadership: Was die Führungskraft der Zukunft können sollte

Veränderungen in der Umwelt wie die Digitalisierung wirken sich drastisch auf unser Arbeitsleben aus. Wir arbeiten in agilen Teams, fokussieren uns immer mehr auf Projektarbeit und sind gleichzeitig mit Smartphones, Skype und WLAN so flexibel und global vernetzt wie nie zuvor. Damit diese Form der Zusammenarbeit erfolgreich ist, brauchen wir einen anderen Führungsstil. Autoritär funktioniert nicht mehr. Und noch viel wichtiger: Mit einem autoritären Führungsstil kriegt man auch die so begehrten und raren High Potentials nicht mehr für sein Unternehmen gewonnen.

Die klassische Führungskarriere hat in vielen Bereichen keine Zukunft mehr. Fachwissen ändert sich zu schnell, die klassische Beförderung von langjährigen Teammitgliedern über viele Karrierestufen hinweg hin zu Führungskräften ist nicht mehr zeitgemäß. In Zukunft wird Führung durch Menschen ausgeübt, die andere Qualitäten haben als pures Fachwissen. Es geht darum, die Leute zu vernetzen, Kommunikation zu fördern und die einzelnen Expertisen und Wissensquellen zu koordinieren. Führungskräfte werden Menschen sein, die andere verstehen und sie zu Höchstleistungen pushen können. Das öffnet riesige Möglichkeiten für junge Manager, die nicht mehr jahrelang die Karriereleiter hochklettern müssen, sondern direkt das tun können, worin sie gut sind: mit Menschen zu arbeiten. Die Führungskraft der Zukunft braucht andere Kenntnisse als der klassische Abteilungsleiter, der nach dem Wasserfall-Schema Projektmanagement steif plant und rigoros delegiert.

Kommunikation

Ein großes Thema für zukünftige Manager wird die Kommunikation sein. Zum einen, weil wir andere Kommunikationsformen nutzen und diese auch in die Arbeitswelt einziehen. Es wird wichtig sein, zu wissen, wie man diese richtig einsetzt und bestmöglich anwendet. Mitarbeiter verlangen zunehmend flexible Arbeitszeiten, Home Office oder reisen viel. Trotzdem sollte die Kommunikation innerhalb des Teams aufrecht erhalten und das Wissen ständig weitergegeben werden. Slack, Skype oder Whatsapp sind dafür ein guter Start. Elektronische Boards wie etwa Trello halten alle ständig auf dem Laufenden.

Neben der internen Kommunikation kommt der externen Kommunikation für jeden Manager ein neuer Stellenwert hinzu. Der Begriff Social Influencer ist noch sehr von Instagram und Models behaftet, die Bilder vom Strand und Designertaschen posten. Aber auch ein Manager kann durch soziale Netzwerke – online und offline – zum People Connector und Ideengeber werden. Personal Branding bekommt eine immer wichtigere Rolle und ein Manager sollte sich selbst als Marke etablieren, um langfristig erfolgreich zu sein.

Empathie

Es wird bereits deutlich, dass der Manager von Morgen viel mehr AM System arbeiten wird als wirklich IM System. Agile Projektmanagement-Methoden führen eine spezifische Rolle ein, deren einzige Funktion es ist, dem Team zu helfen, die bestmögliche Leistung erbringen zu können. Ähnlich werden die Managementaufgaben der Zukunft aussehen, denn mit der Entwicklung zur Team- und Projektarbeit werden Beziehungen und Empathiefähigkeit eine immer größere Rolle spielen. Emotionale Intelligenz ist deshalb eine der Schlüsselfaktoren guter Führung. Die Entwicklung weg vom autoritären hin zu einem dienenden Führungsstil bedeutet auch, dass der Manager nicht mehr Herr und Verteiler der Aufgaben ist, sondern dass das Wissen des Teams stärker in den Fokus rückt. Damit ist es die Rolle des Managers, durch Zuhören und persönliches Coaching jedes einzelne Teammitglied bestmöglich zu fördern, damit es seine Fähigkeiten optimal entwickeln und für den Erfolg des Teams einbringen kann. Die Managerrolle wird persönlicher.

Kreativität

Eine dritte essentielle Fähigkeit für zukünftige Manager ist die Kreativität. Geschäftsmodelle ändern sich immer schneller, die Kundenwünsche wandeln sich. Das erfordert einen hohen Grad an Flexibilität und Anpassungsvermögen. Ohne Kreativität ist es schwierig, Antworten auf diese neuen Situationen zu finden. Manager gemeinsam mit ihrem Team immer wieder experimentieren und Kreativtechniken und alternative Lösungsvorgehen ausprobieren. Dafür sollte Arbeitszeit und Budget eingeplant werden. Viele Firmen etablieren solche Think Tanks. Manager sollten ihr Team in ein solches Think Tank umbauen. Kreative Teams sind in der Lage, neue Ideen zu erkennen, weiterzuentwickeln und Chancen schnell zu entdecken. Dies sind Eigenschaften, die interne Innovationen ermöglichen und Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig halten.

Wenn eine Führungskraft es schafft, diese drei Eigenschaften Kommunikationsfähigkeit, emotionale Intelligenz und Kreativität auszubilden im Job zu etablieren, so ist sie in der Lage, ihr Team zu Höchstleistungen und Erfolg zu bringen. Und noch ein extrem wichtiger Faktor kommt hinzu: Spaß an der Arbeit. Menschen sind soziale Wesen. Interaktion, Teamarbeit, gemeinsam etwas entwickeln liegt in ihren Genen. Nur Mitarbeiter, die sich wohl fühlen, sind auch bereit, einmal die berühmte Extrameile zu gehen.


Mehr zum Thema agiles Arbeiten: Stewart Butterfield hat mit dem Kommunikationstool Slack das zentrale Nervensystem für moderne Unternehmen erschaffen.


Caroline Schmidt

“Menschen etwas beibringen, dass ihnen hilft, ihr Leben besser zu machen.“ Mit dieser Mission ist Caroline in ihr Leben gestartet. Ihr Ziel verfolgt sie jeden Tag als agiler Consultant und Trainer und jetzt auch mit frischen Ideen und Tipps als Gastautor.

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder